Verzahnung von Schule und Firmen wird wichtiger
Montag, 30. März 2009
Die Verzahnung zwischen Schule und Wirtschaft war das Thema beim Besuch der Mittelstandsvertreter. Der Konstanzer Kreisverband der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung (MIT) hat die beruflichen Schulen in Singen besucht, um zu schauen, wo die Zusammenarbeit enger verzahnt werden kann.
Doch von den 170 Mitgliedern, die die MIT im Landkreis hat, waren allerdings nur eine Handvoll Mitglieder gekommen.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Veronika Netzhammer hatte die Mittelstandsvereinigung dazu animiert, doch einmal die Hohentwiel-Gewerbeschule (HGS) und die Robert-Gerwig-Schule (RGS) in Singen zu besichtigen. Mit den beiden Schulleitern Eberhard Grundgeiger und Manfred Hensler sowie den Lehrern Stephan Glunk, Oliver Müller-Molenar und Rolf Huber standen fünf Fachleute im Bereich der Ausbildung von Nachwuchskräften für den Mittelstand Rede und Antwort. Die Innovationsfähigkeit der beruflichen Schulen wird viel zu wenig in der Öffentlichkeit wahr genommen, sagte Netzhammer. "Die Kooperation zwischen Berufsschule und Wirtschaft ist extrem wichtig", so der Landes- und Kreisvorsitzende der MIT, Peter Ibbeken. "Das ist zum einen wichtig, damit die jungen Leute nicht am Bedarf vorbei lernen, aber auch, damit wir Unternehmen wissen, was in der Schule läuft. Qualifikation ist der Wettbewerbsfaktor für die Firmen", so Ibbeken.
Wie die HGS mit 1600 Schülern in zwölf Schularten ausbildet und wie die RGS mit 1750 Schülern junge Menschen auf vielfältige Berufsbilder vorbereitet, erläuterten Eberhard Grundgeiger (HGS) und Manfred Hensler (RGS). Die Verknüpfung zur Wirtschaft ist in der HGS erst vor einem Jahr durch einen Zukunftspakt mit Industrie und Handwerk intensiviert worden. "Wir sind technisch gesehen nicht mehr auf dem neuesten Stand", sagte Grundgeiger und zeigte den Gästen auch einige Räume, die mit uralten Maschinen ausgestattet sind. "Ein Industrieunternehmen würde hier ein Schild ´Museum´ hin hängen", sagte Ralf Huck, Vize-Geschäftsführer der Konstanzer Firma Intech. "Im Zukunftspakt sind alle wesentlichen Betriebe in Singen und im Einzugsgebiet der HGS sowie die Stadt, Singen Aktiv und vielleicht auch bald die MIT", wünschte sich Grundgeiger. Schließlich verstehe sich die Schule "als Bildungsdienstleiter für die Wirtschaft und hat die Selbstverpflichtung zur modernen Ausbildung".
Beeindruckt waren die Gäste von den innovativen Ideen. "Das Prinzip der Übungsfirmen ist in auch in Betrieben durchaus üblich", so Ralf Huck.
Info im Internet: www.hgs-singen.de; www.rgs-singen.de; www.mit-bw.de
(Quelle: Südkurier, 30.03.2009)

