MIT Konstanz, Pressemitteilung Elektromobilität
Mittwoch, 9. Juni 2010
Presseinformation MIT-Kreisverband Konstanz
Elektromobilität ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft!
Knapp 100 Mitglieder und Gäste hatten sich auf Einladung der Mittelstandsvereinigung (MIT) Konstanz am vergangenen Montag im Autohaus Bach in Singen eingefunden. Kreis- und Landesvorsitzender Peter Ibbeken erklärte alle Anwesenden in seiner Begrüßungsansprache zu "Zeitzeugen ungewöhnlicher Ereignisse", angesichts von Ölkrise, Finanz- und Wirtschaftskrise und dem überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler. Insbesondere die Ölkatastrophe am Golf von Mexico mache deutlich, so Ibbeken, wie wichtig Umweltschutz und der baldige Umstieg auf regenerative Energien sei, daher wurde auch bewusst das Thema "Elektromobilität" als Schwerpunkt des Abends gewählt.
Inhaber Klaus Bach dankte den Anwesenden und gab einen Einblick in die Firmengeschichte des Autohauses Bach, das sich seit seiner Gründung 1955 zum größten Toyota-Händler im gesamten Bodenseegebiet mit heute 68 Mitarbeitern und im Schnitt 1.900 verkauften Neufahrzeugen pro Jahr entwickelt hat und sicherlich ein Musterbeispiel für ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen ist. Danach folgte eine Betriebsbesichtigung,
bei der die Teilnehmer die verschiedenen Modelle bestaunen konnten.
Sein Sohn Christoph erläuterte im Anschluss anschaulich die Vorteile des Hybrid-Motors, mit dem Toyota schon vor Jahren seine Fahrzeuge ausgerüstet und damit einen großen Schritt in Richtung umwelt- und kraftstoffschonendes Fahren eingeschlagen hatte. Die Verkaufszahlen belegten dies eindrucksvoll.
Hans-Peter Stroppa hat sich mit seiner Firma, die Elektro-Fahrräder vertreibt, ebenso dem Umweltschutz verschrieben. In seinem Vortrag machte der Unternehmer aus Singen deutlich, dass die mobile Zukunft in elektrisch getriebenen Fahrzeugen liegt. Dazu gehört auch das Elektro-Fahrrad, mit dem heute schon Strecken bis zu 80 km bewältigt werden können, zudem ist die Aufladung des Akkus an allen handelsüblichen Steckdosen möglich und dauert nur wenige Stunden. Die Entwicklung schreitet zügig voran, und die Verkaufszahlen machten deutlich, dass immer mehr Menschen auf dieses neue Fortbewegungsmittel umsteigen.
Höhepunkt des Abends war das Referat von Andreas Jung MdB, dem Beauftragten für Elektromobilität der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er wusste mit viel Fachwissen und anschaulichen Beispielen die Teilnehmer für dieses zukunftsweisende Thema zu begeistern.
So hat sich die Bundesregierung das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 über eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Der Klimaschutz, so Jung, ist global gesehen die größte Herausforderung, auch deswegen muss die CO²-Reduzierung um 40% bis 2020 unbedingt erreicht werden. Wirtschaftlich gesehen bedeutet dies für den Automobil- und Zuliefererstandort Deutschland große Chancen, wenn die Umstellung auf Elektromobilität gelingt. Parallel dazu sinkt die große Abhängigkeit von fossilien Brennstoffen und Ländern wie dem Iran, die in der Vergangenheit nicht immer als zuverlässige Partner aufgetreten sind.
Noch sind dem Elektroauto Grenzen gesetzt, die begrenzte Reichweite (derzeit sind Großstrecken noch nicht möglich) ist ebenso ein Hindernis wie die fehlende Infrastruktur und die noch nicht in allen Ländern standardisierte Technik, z.B. um den Akku wieder aufladen zu können. Aus diesem Grund, so Jung, ist es unverzichtbar, in den nächsten Jahren ausreichend Mittel für Forschung und Entwicklung bereitzustellen, damit die deutschen Autohersteller den Rückstand aufholen und eigene Elektromotoren und Batteriesysteme serienreif entwickeln können.
Andreas Jung betonte auch die Wichtigkeit von Anreizen, um den Kauf von Elektroautos zu fördern, hier ist die Politik gefragt. Vorstellbar sind hier beispielsweise eine Befreiung von der KfZ-Steuer, steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Firmen, die ihre Fahrzeugflotte umstellen sowie "Privilegien" für Elektroautobesitzer in Form von bevorzugten Parkplätzen in Citylage oder Aufladestationen an Einkaufszentren.
Zum Schluss seines Vortrags berichtete Jung von der kürzlich auf Bundesebene eingerichteten Plattform "Elektromobilität", in der auf Expertenebene in Arbeitskreisen die künftigen Weichen gestellt werden sollen. Dass sich Andreas Jung als Abgeordneter des Bodenseekreises dabei insbesondere für "Mobilität auf dem See" engagiert, überrascht nicht.
Veronika Netzhammer MdL, die Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Landtag von Baden-Württemberg, konnte anschließend in ihrem Referat ebenfalls Erfreuliches berichten: Die hiesige Automobilindustrie engagiert sich stark für das Elektrofahrzeug, auch Wirtschaft und Handel würden diese Technik nachfragen, z.B. in Form von Ladestationen für Einkaufszentren. Ihr Eindruck ist, dass Wirtschaft und Politik eng zusammen arbeiten, um das Ziel der Umstellung auf Elektromobilität in naher Zukunft zu erreichen. Das Land Baden-Württemberg hat mit der Energieagentur ein zukunftsweisendes Signal gesetzt.
Kreisvorsitzender Peter Ibbeken überreichte unter kräftigem Applaus den Referenten ein Präsent und dankte Hausherr Klaus Bach für die Organisation des Abends und die Gastfreundschaft des Familienbetriebes. Im Anschluss ergaben sich bei einem Imbiss interessante Diskussionen unter den Teilnehmern.

